Allulose – Wie gesund ist die Alternative zu Zucker?

dr  medical  Ingo Schmitz-Urban

Beitrag von Dr. med. Ingo Schmitz-Urban, zuletzt aktualisiert am 5. November 2022

Dr. med. Ingo Schmitz-Urban

Beitrag von Dr. med. Ingo Schmitz-Urban, zuletzt aktualisiert am 5. November 2022

In diesem Artikel erfährst du alles über Allulose! Was ist dran an dem Hype um diesen Zuckerersatz? Wie wirkt es auf den Körper und gibt es Risiken?

Allulose kaufen

Was ist Allulose?

Allulose, das auch als Psicose bezeichnet wird, gehört zu den unverdaulichen Kohlenhydraten. Der exakte chemische Name des Süßstoffs ist D-Ribo-2-Hexulose oder auch D-Allulose dessen Strukturformel ähnlich der Fruktose ist. Die Substanz ist ein natürliches Produkt, kommt in der Natur allerdings nur in kleinen Mengen vor, so z.B. in getrockneten Früchten oder braunem Zucker.

Vorteil von Allulose ist, dass es wie Haushaltzucker (Saccharose) schmeckt und auch genauso verarbeiten lässt. Es hat jedoch deutlich weniger Kalorien und kann vom Körper nicht verstoffwechselt werden.

Erst in den vergangenen Jahren ist es gelungen, Allulose mittels entsprechender Verfahren in großen Mengen und zu geringen Kosten herzustellen. Ausgangsstoff für die Herstellung von Allulose ist die Zuckerrübe.

Ärzte und die WHO sind sich einig, dass Zucker ein Hauptverursacher von Fettleibigkeit ist und nur in kleinen Mengen aufgenommen werden sollte. Adipositas wird mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes, hohem Cholesterinspiegel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das Ersetzen von kalorienreichem Zucker durch eine kalorienarme Alternative, wie z. B. Allulose, kann helfen, die Fettleibigkeit zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Es ist sehr sinnvoll, seinen Zuckerkonsum in Grenzen zu halten. Nicht nur wegen der hohen Energiedichte zuckerreicher Lebensmittel sondern auch zahlreicher weiterer gesundheitlicher Nachteile eines hohen Zuckerkonsums - mehr dazu hier!

Der Stoffwechsel von Allulose

Allulose kann als kalorienfreier Zuckerersatz dienen, denn der Körper kann Allulose nicht verstoffwechseln. Damit hat der Zucker nach aktueller Kenntnis auch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel oder die Insulinausschüttung. Dies ist für eine gesunde Ernährung ohne  stark schwanken Blutzucker relevant, denn dieser provoziert häufig Heißhunger.

Der Körper nimmt nur einen kleinen Teil auf, 80% werden unverändert wieder ausgeschieden. Ein großer Unterschied also zu Zucker, den der Körper schnell resorbiert und bei größerer Aufnahme in die Fettzellen einlagert…

Die Süßkraft von Allulose liegt bei ca. 70% der von konventionellem Zucker, ist also mit z.B. Erythrit vergleichbar. Das bedeutet, dass man beim Einsatz dieses Zuckerersatzes etwas mehr nehmen müsste als konventionellen Zucker, wenn man die gleiche Süße erreichen will. Allulose hat mit 0,4 Kalorien pro Gramm quasi keine Kalorien und ist damit eine sehr interessante Alternative, wenn man seinen Zuckerkonsum reduzieren will. Zucker hat übrigens mit 4 Kalorien pro Gramm den 10-fachen Energiegehalt von Allulose!

Mit Allulose abnehmen

Es gibt erste Studien, die zeigen, dass Allulose als Ersatz von Haushaltszucker zum Abnehmen geeignet sein kann. So sagt diese Studie:

Body fat percentage and body fat mass were significantly decreased following D-allulose supplementation. The high D-allulose group revealed a significant decrease in not only body mass index (BMI), but also total abdominal and subcutaneous fat areas measured by CT scans compared to the placebo group.

Link zur Studie

Durch Allulose wurden also der BMI, als auch der Fettanteil im Körper signifikant reduziert. Die Studie zeigte aber auch, dass die Einnahme von Allulose keinen Einfluss auf die Blutfette (z.B. Triglyeride oder Cholesterin) bzw. Diabetes-Marker (wie HbA1C) hatte.

Hat Allulose Risiken?

Wie bereits gesagt, ist Allulose aktuell in der Prüfung zur EU-Zulassung. Dabei wird natürlich auch untersucht, ob Allulose Risiken für den Körper hat.Es gibt Hinweise darauf, dass der Erreger Klebsiella Pneumoniae vermehrt Allulose verstoffwechseln kann und dadurch Infektionen mit diesem Bakterium gefördert werden. Dieser Erreger ist überall in Wasser und Boden zu finden und kann z.B. in den Atemwegen gefunden werden, ohne dass dies zu Symptomen führt. In Krankenhäusern gehören Klebsiellen jedoch zu den fünf häufigsten Keimen im Krankenhaus erworbener Infektionen. Der Verzehr von Allulose könnte also evtl. in Krankenhäusern problematisch sein. Die Langzeitsicherheit von Allulose wird derzeit also noch untersucht, so z.B. auch vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Wo kann man Allulose kaufen?

Allulose gibt es bereits seit über 10 Jahren in manchen asiatischen Staaten zu kaufen, so z.B. in Korea oder Japan. Auch in den USA ist der Zuckerersatz bereits 2016 zugelassen worden.

Wie sieht es in Deutschland aus? Hier laufen derzeit mehrere Anträge, Allulose in der EU zuzulassen.

Der Preis von Allulose liegt relativ hoch, wenn man bei Anbietern in den USA oder im asiatischen Raum sucht – so zahlt man ca. 20€ für 1000 Gramm. Damit ist es ca. doppelt so teuer wie Erythrit*. Bei deutschen Anbietern gibt es Allulose wegen der fehlenden Zulassung noch nicht zu kaufen.

Gibt es Alternativen zu Allulose?

Natürlich gibt es einige Alternativen zu Allulose, die bereits heute zugelassen sind und eine gute Alternative zu Zucker sind. Wir nutzen in unseren Rezepten z.B. häufig Erythrit oder Xylit, aber auch Stevia kann eine gute Alternative in der Low Carb Küche sein.

Am Liebsten nutzen wir Erythrit wie Xucker Light*, da es kalorienfrei ist und bestens zum Backen oder Süßen von Speisen verwendet werden kann.

Xucker Light Erythrit 1kg Dose - kalorienfreier Kristallzucker Ersatz als Vegane & zahnfreundliche Zucker Alternative I zuckerfrei 0 kcal 100% sweet I Erytritzucker

Das Fazit vom Fitnessdoc

Es ist bekannt, dass Zucker zu Übergewicht und Fettleibigkeit beitragen kann. Allulose könnte eine vielversprechende Alternative zu Zucker sein, dafür muss es aber noch weiter erforscht werden, insbesondere die Risiken müssen noch eingehender untersucht werden. Da es heute bereits tolle Alternativen zu Zucker wie Xylit, Erythrit oder Stevia im Handel gibt, können wir uns also entspannt zurücklehnen und so lange mit gutem Gewissen diese Zuckerersatzstoffe nutzen.

Dr. med. Ingo SChmitz-Urban

Arzt und Ernährungsmediziner

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